Reittherapie - häufig gestellte Fragen

Für wen kommt Reittherapie infrage?

 

Die therapeutische Arbeit mit dem Pferd ist bei einer Vielzahl von Belangen in Erwägung zu ziehen. Für körperliche und/oder geistig behinderte bzw. eingeschränkte Menschen ist diese Therapieform ebenso geeignet wie für autistische, entwicklungsverzögerte oder psychisch erkrankte Klienten. In manchen Fällen bitten wir um eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Sollten Sie sich bezüglich der Indikation unsicher sein, so sprechen Sie uns gern an!

 

 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

 

Ob eine Krankenkasse die Kosten einer Reittherapie trägt, ist immer eine Einzelfallentscheidung und leider kommt es erfahrungsgemäß selten vor. Nichtsdestotrotz lohnt es sich immer, anzufragen! Wir als Therapeuten können nicht an die jeweiligen Stellen herantreten. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Sachbearbeiter. Wir unterstützen Sie gern beim weiteren Vorgehen.

 

 

Gibt es ein Mindest- oder ein Höchstalter?

 

Alle Kinder sind verschieden und variieren in ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung. Wir bieten Reittherapie ab einem Alter von 3-4 Jahren an und entscheiden individuell von Fall zu Fall. Bei jüngeren Kindern sehen wir die kognitiven Fähigkeiten zum therapeutischen Arbeiten noch nicht gegeben und es besteht  die Gefahr einer Schädigung der Halswirbelsäule durch ruckartige Bewegungen des Pferdes beim Reiten.

Nach oben hin sind altersmäßig keine Grenzen gesetzt. Wir verfügen über eine Aufstieghilfe, durch die die Klienten über eine Treppe auf das Pferd steigen können. Rollstuhl oder Rollator stellen kein Problem dar - in diesen Fällen arbeiten wir vom Boden aus mit dem Pferd. Über einen Hebelift verfügen wir nicht.

 

 

Gibt es ein Maximalgewicht, das die Pferde tragen können?

 

Da wir bis dato hauptsächlich mit Ponys arbeiten, liegt das Maximalgewicht für Klienten bei ca. 80 kg. In naher Zukunft werden wir unseren Pferdebestand vergrößern und hoffenlich auch schwerere Klienten abdecken können. Es spricht aber nichts dagegen, ausschließlich vom Boden aus mit dem Pferd zu arbeiten.

 

 

Lernt man in der Reittherapie reiten?

 

Nein. Zweck der Reittherapie ist nicht der Erwerb reiterlicher Fähigkeiten. Treffender für unsere Arbeit ist der Begriff der pferdegestützten Intervention, womit die gesamte Arbeit mit dem Pferd im therapeutischen Kontext gemeint ist. Unsere Klienten erlernen (je nach kognitiven und körperlichen Gegebenheiten) den grundlegenden Umgang mit dem Pferd, das Lesen der nonverbalen Pferdesprache, das Versorgen und letztlich auch das Sitzen auf dem Rücken. Es ist ein häufiger Nebeneffekt, dass erste reiterliche Fähigkeiten erworben werden, aber nicht das erklärte Ziel. Nicht jede Therapiestunde findet auf dem Pferd statt.

 

 

Und was lernt man dann?

 

Wir arbeiten ressourcenorientiert. Das bedeutet, dass wir uns nicht auf die jeweilige Symptomatik, sondern auf die Stärken eines Klienten konzentrieren, um ihn über die Zeit einer Therapiestunde hinaus für den Alltag zu festigen. Der Umgang mit Pferden ist förderlich für die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit, Verselbstständigung, Beziehungsaufbau, Abgrenzungsvermögen, Selbstreflektion, Impulskontrolle und Verantwortungsbewusstsein, um nur einige Punkte zu nennen.

Zudem fördert die dreidimensionale Bewegung, der der Reiter auf dem Pferd ausgesetzt ist, die Stabilisierung des Rumpf- und Stützapparats sowie eine gezielte Regulierung des Mukeltonus, was vor allem Klienten mit Spastiken zugute kommt.

 

 

Besteht Helmpflicht?

 

Da es Krankheitsbilder gibt, die das Tragen von Helmen unangenehm oder gar unmöglich machen, sind wir als Reittherapeuten auch für Klienten ohne Helm über eine Therapeuten-Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert. 

 

 

In welchen Abständen findet die Therapie statt?

 

Über Häufigkeit und Turnus der Therapieeinheiten entscheiden unsere Klienten selbst. Wir empfehlen jedoch eine Regelmäßigkeit von einer Sitzung pro Woche.

 

 

Was muss mitgebracht werden?

 

Die Klienten müssen für die Arbeit am Pferd zwingend festes geschlossenes Schuhwerk tragen, auch im Sommer. Wir haben Helme in allen Größen vorrätig, sodass das Mitbringen eines solchen nicht nötig ist.

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